„WIR in der Schule“ – ein Sozialprojekt der 1. Klassen der Walther-Grundschule

Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Themas „Gefühle“. Wir betrachteten, wie Menschen ihre Gefühle mit ihrer Mimik zum Ausdruck bringen, probierten dies auch gleich selbst mit einem  Spiegel und kleinen Ratespielen mit dem Partner aus und ordneten den Gefühlen Farben zu – denn ja! Gefühle kann man auch in Farben ausdrücken! Zuguterletzt bastelten wir auch ein Gefühlsbarometer für die Klasse und für zu Hause. So behalten wir nun jederzeit im Blick, wie sich alle Klassenkameraden fühlen und können noch besser helfen, wenn jemand einmal traurig oder wütend ist.

In den folgenden Tagen begleitete uns das „Kleine WIR“ von Daniela Kunkel. In der Geschichte wird es dem WIR ganz schlecht und es schrumpft, wenn es in der Klasse jemandem nicht gut geht und ein Kind zum Beispiel geärgert oder ausgeschlossen wird. Das WIR wird aber riesengroß, wenn es ihm gut geht und alle Kinder freundlich zueinander sind und sich an die Regeln halten.

Bei uns wohnt das WIR jetzt in einer Kiste und verschwindet leider, wenn es einmal nicht so gut klappt mit dem Nettsein. Glücklicherweise kuckt es bisher meistens neugierig aus seiner Kiste heraus! Und schließlich haben wir ja nun auch viele Möglichkeiten gefunden, wie man sich entschuldigen kann.

Es ging auch um die Frage, ob jedes Kind der Klasse mit jemandem gemeinsam ein „WIR“ hat. Viele Kinder haben ein „WIR“ mit ihrer Mama oder ihrem Papa, aber es war schön zu sehen, dass sich auch schon viele enge Freundschaften in der Klasse gebildet haben und sich hier auch zahlreiche „WIRS“ fanden. Das „Kindermutmachlied“ passte prima dazu und nun kann man die Erstklässler morgens immer sehr laut singen und klatschen hören.

Wir stellten fest, dass eine Klasse fast so wie ein Puzzle ist – jedes Puzzlestück ist ganz unterschiedlich und trotzdem passt alles gut zusammen. Eben so wie wir!

Das Thema Freundschaft ist für uns ganz ganz wichtig und deshalb wollen wir für unsere Klassenkameraden und Lehrer nun auch noch viel öfter etwas Nettes tun. Deshalb gibt es in den ersten Klassen nun einen Klassenbriefkasten für nette Briefe oder gemalte Bilder und eine „Gute-Taten-Leine“, an die alle guten Taten aufgehängt werden. Auch ein Armband mit der „Perle der Freundlichkeit“ erhielt jedes Kind. Sie soll uns daran erinnern, freundlich und höflich zu anderen zu sein. Wenn das einmal nicht klappt, wechseln wir das Band an den anderen Arm.

Zum Abschluss zu unserem WIR-Projekt gab es noch jede Menge Spiele, bei denen man zusammenhalten muss und ein Klassen-T-Shirt, um die Gemeinschaft zu stärken. Unser neu gestaltetes WIR-Buch werden wir dann in der zweiten Klasse weiterführen, wenn wir uns wöchentlich kleine Ziele setzen und am Ende schauen, ob wir es geschafft haben, diese einzuhalten.   

Viele Grüße aus der Waltherschule von unseren nun sozial gestärkten ersten Klassen!

Natascha Keßler (stellvertretend für 1a und 1b)